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Bericht über die Segelfreizeit der 9m2

21.07.2012: Wie fast alle anderen neunten Klassen fuhr auch unsere Klasse (9m2) nach Holland, um im Watten- und Ijsselmeer zu segeln. Am Sonntag, dem 24. Juni, ging es los. Wir stiegen zusammen mit der 9m3 in den Bus und die beiden Busfahrer, die sich als Andreas und „Diddi” vorstellten, fuhren uns in einer kräftezehrenden, sechs Stunden dauernden Busfahrt nach Harlingen, einem kleinen Ort in Friesland, wo unsere Klassen getrennte Wege gingen. Unsere Klasse machte es sich auf der „Mermaid”, einem blauen Zweimaster bequem. Nachdem wir unsere Taschen in die (viel zu kleinen) Kajüten geräumt hatten, stellte sich der Skipper, ein alter, freundlicher Seebär mit Bart, der den Namen „Ron” trug, vor. Dann gingen wir ins Bett.

Am nächsten Morgen stand nach dem Frühstück zuerst einmal die Segeleinweisung auf der Liste. An Deck lernten wir das zweite Crewmitglied kennen – unseren Matrosen Mario. Dieser erklärte uns, wie man das Schiff zu segeln habe und dazu noch einige Knoten wie z. B. den Achterknoten. Dann ging es los. Unter lautem Getöse starteten die Maschinen und die Mermaid begann sich vom Kai zu entfernen. Wir passierten die Hafenausfahrt und dann wurden wir auch schon dazu aufgefordert, das Großsegel und die Fock, ein kleineres Segel am ersten Masten, zu setzen. Dies klappte reibungslos und wir begannen mit erstaunlicher Geschwindigkeit gen Enkhuizen zu fahren. Gegen Mittag passierten wir eine Schleuse, weshalb wir die Segel herunterholen mussten. Trotzdem ließ unser Skipper es sich nicht nehmen, einen Brückenpfeiler mit etwas Lack seines Schiffes zu zieren. Nach der Schleuse wurden die Segel wieder hinaufgezogen, wo sie dann auch bis zum Nachmittag verblieben. Nach unserer Ankunft in Enkhuizen passierte noch dies und jenes, bis sich die Kochgruppe dieses Tages anschickte, das Essen zuzubereiten, wobei sie dabei noch tatkräftig von Mario unterstützt wurde. Nach dem Essen wurden noch diverse Karten- und iPad-Spiele gespielt, ehe sich jeder in seiner Koje verkroch, um zu schlafen.

Am nächsten Tag stand eine Fahrt nach Hoorn, der ehemaligen Hauptstadt der Niederlande, an. Leider hatte der Wind stark abgeflaut, sodass wir nach dem Setzen der Segel mit unglaublichen 2 Knoten dümpelten, wobei die Geschwindigkeit auch in keiner Weise beschleunigt wurde, da unser Kapitän nicht gewillt war, den Motor anzuwerfen. Somit schlug nun die Stunde der Genießer, Sonnenanbeter und Kartenspieler, die nun in aller Ruhe ihren Hobbys frönen konnten. Auch die Geschichten, die uns Mario von seiner Schulzeit und Jugend erzählte, halfen die Grundstimmung erheblich aufzuheitern.

Trotzdem schafften wir es doch noch nach Hoorn, wo uns schon einige Schüler der m3 sehnlichst erwarteten. Nach unserer Ankunft und nachdem wir die Segel fachmännisch eingepackt hatten, schockten uns Frau Duckstein und Frau Schlüschen damit, dass sie mit uns ein Museum besuchen wollten. Dies entpuppte sich jedoch als ein Scherz, da sie uns nur zu einem Klassenfoto „zwangen”. Danach zerstreute sich unsere Klasse sehr schnell und die einzelnen Gruppen gingen getrennte Wege. Doch zum Abendessen waren alle wieder da und nachdem in brütender Hitze gespeist wurde und die Essensreste über die Reling entsorgt worden waren (was laute „Iiiiihhhs” der weiblichen Bewohner der Nachbarschiffe zur Folge hatte), flogen noch ein paar Wasserbomben auf das Deck der 9m3. Nach einem enthusiastischen Fußballspiel mit unseren Lehrerinnen ging auch der zweite Tag zu Ende.

Der nächste Tag weckte uns mit Regen. Trotzdem machten sich alle guten Mutes auf den Weg an Deck, denn es ging nach Medemblick. Bis auf die Tatsache, dass der Wind aufgefrischt hatte und unser Schiff deshalb deutliche Schlagseite bekam, waren die Ereignisse des Tages doch sehr überschaubar. Es herrschte der klassische Tagesablauf: Segel hissen, fahren, essen, Sonnen, Segel herunterholen. Abends gab es wie immer Essen und es wurde fleißig mit Karten gespielt.

Dann erwartete uns der wärmste Tag der Woche. Bei brennender Sonne und brütender Hitze ging es in quarkartigem Tempo nach Makkum. Die meisten lagen an Deck oder im Klüvernetz ganz vorne unter dem Bugspriet. Als wir im erstaunlich großen Hafen von Makkum anlegten, beschlossen wir auch den Strand zu besuchen, von dem man laut der Aussage Marios „über 1,6 Kilometer ins Meer waten kann, ohne dass das Wasser tiefer wird“! Dies wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, also nahmen wir den beschwerlichen Marsch auf uns. Dennoch herrschte eine super Stimmung am Strand. Einige kühlten sich ab, andere spielten auf dem Sande Tennis. Da allerdings viele nicht an die Flüssigkeitsversorgung gedacht hatten, war für diese der Rückweg umso quälender. Doch zum Schluss wurden alle durch ein erquickendes Mahl, zubereitet vom Smutje Mario, der unsere Kochkünste, obwohl wir sehr zufrieden waren, übertreffen wollte, und durch ein schlechtes, aber unterhaltsames Fußballspiel entschädigt. Nachdem auch dieser entspannte und schöne Donnerstag sein Ende nahm, war unsere Klassenfahrt auch schon fast zu Ende.

Am nächsten Morgen wurden 120 Brötchen im Supermarkt „Jumbo” gekauft (sonst waren es „nur” 60-70), damit sich jeder mit Proviant für die Fahrt versorgen konnte. Nachdem wir früher als gewöhnlich frühstückten und dann sofort nach Harlingen segelten, passierten wir noch einmal die Schleuse, ohne jedoch Lack zu verlieren. Auf dem letzten Stück Weg wurden wir noch von einem Seehund und holländischen Kampfjets, die ihre Runden drehten, unterhalten. Als wir in Harlingen anlegten, wurden die obligatorischen Abschiedsfotos geschossen und dann betraten wir den Bus. Interessant war nur noch der sofortige Wetterumschwung beim Passieren der deutschen Grenze. Von Sonnenschein zu Starkregen. Dann war unsere sehr schöne und entspannte Klassenfahrt vorbei.

Felix Bossong

 

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