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Exkursion zum Harzhorn

17.09.2013: Am Montag, den 09.08.2013, unternahmen alle drei Lateinkurse des 9. Jahrgangs eine Exkursion zum Harzhorn (Harz), wo sich eine spektakuläre Entdeckung, die Fundstelle einer römisch-germanischen Schlacht aus dem Jahre 235 n. Chr., befindet. Niemand hätte gedacht, dass die Römer im 3. Jhd. n. Chr. so weit in den Norden von Deutschland gekommen waren.

Wir trafen uns pünktlich um 8 Uhr vor der Stadthalle Braunschweig, die Busse hatten ein wenig Verspätung. Nach ca. einer Stunde Fahrtzeit erreichten wir den Fundort.
Vor Ort wurden wir in Gruppen von je 15 Personen aufgeteilt. Ein Guide führte uns über das Areal der Ausgrabung. Wir bekamen eine Menge Informationen über die Entdeckung der Fundstelle und die Fundstücke. Entdeckt wurde der Fundbereich von illegalen Ausgräbern, die mit Metallsuchgeräten nach den Resten einer mittelalterlichen Burg suchten. Sie fanden eine sog. Hipposandale (antiker Hufschuh zum Schutz der Pferde- oder Maultierhufe in morastigem Gelände), Geschossspitzen, Schuhnägel und eine Schaufelhacke. Zum Glück zeigten die Ausgräber die Funde bald einer richtigen Archäologin, die die Stücke in die römische Zeit datierte und die Bedeutung der Entdeckung erkannte.

Da die weitere Erforschung der Fundstellen und die Ausgrabungen unter wissenschaftlicher Leitung stattfand, konnte verhindert werden, dass Funde zerstört wurden oder wichtige Informationen verloren gingen. Anhand der Einschlagsrichtung der metallischen Geschosse konnten die Schussrichtung, die Art der verwendeten Geschütze und der Schlachtverlauf rekonstruiert werden. Münzfunde lassen eine zeitliche Einordnung zu. Ein weiterer sehr bedeutender Fund war ein korrodiertes und zusammengeklumptes Kettenhemd. Derartige Ausrüstungsstücke der römischen Legionäre sind in Deutschland bisher sehr selten gefunden worden.

Aus Fundstücken von Wagen- und Zugtierausrüstungen lässt sich der Kampf um den Tross des römischen Heers nachvollziehen. Durch Knochenfunde kann man die Zeit des Kampfes bestimmen.

An einem größeren Ausgrabungsfeld wurde uns ein Modell eines Torsionsgeschützes (eine Art Katapult in Form einer sehr großen Armbrust) vorgeführt. Wir bekamen einen Eindruck, wie stark das Geschütz in Originalgröße gewesen war. Die Geschosse hatten eine tödliche Durchschlagskraft.

Abschließend besichtigten wir noch eine Ausstellung von Repliken römischer Waffen (pila, gladii) und wir konnten uns ein rekonstruiertes römisches Lagerleben ansehen.

Es ist beeindruckend, wie durch eigentlich wenige Fundstücke, im wesentlichen Geschosse, Münzen und Schuhnägel eine ganze römisch-germanische Schlacht rekonstruiert werden kann. Auch das Geschichtsbild wird durch das Geschehen am Harzhorn verändert. Und dieses Ereignis fand ganz in unserer Nähe statt!

Bernhard Hartl

 

 

  Fotos: D. Duwe

 

 

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